Monatsabschluss und Dividenden im März 2020

Der März 2020 wird allen Börseninvestoren wahrscheinlich noch lange im Gedächntnis bleiben. Dem schnellsten Absturz aller Zeiten an den Märkten folgte der schnellste Dreitages-Aufschwung seit fast 100 Jahren. Die nächsten Monate bleiben auf jeden Fall spannend.

 

Dividenden

Aus Dividendensicht war der März definitiv besser als aus Kurssicht. Insgesamt haben diesen Monat 23 Unternehmen Geld an mich überwiesen. In Summe habe ich 1.802,95 Euro erhalten.

 

Unternehmen Dividende
Amgen Inc. 2,92 €
Ares Capital 93,10 €
Broadcom 38,89 €
EPR Properties 46,85 €
Evercore 3,55 €
Gladstone Capital 74,13 €
Gladstone Commercial 14,95 €
Gladstone Investment 8,14 €
Hercules Capital 267,70 €
IBM 41,87 €
Imperial Brands 704,22 €
Main Street Capital 23,43 €
McDonald’s Corporation 3,82 €
Meredith Corporation 5,02 €
Microsoft Corporation 11,62 €
Pennsylvania Real Estate Investment Trust 383,65 €
Qualcomm 28,73 €
Realty Income Corporation 18,38 €
Royal Dutch Shell A 1,73 €
TPG Speciality Lending 7,35 €
Unilever 6,23 €
Union Pacific 0,75 €
Wells Fargo 15,92 €
Summe 1.802,95 €

 

Die höchste Dividendensumme ging von Imperials Brands ein. Hier habe ich bereits eine volle Position im Depot. Wann für mich eine Position voll ist, könnt ihr hier nachlesen. Imperial Brands hat eine etwas außergewöhnliche Ausschüttungspolitik. Die Zahlungen im Dezember und März erfolgen in etwa doppelter Höhe wie die Ausschüttungen im Juni und September. Insofern fällt die Zahlung in drei Monaten hier geringer aus.

 

Letzmalig habe ich Dividende von Pennsylvania Real Estate Investment Trust (PEI) erhalten, bevor ich mich im März mit hohem Verlust von der gesamten Position getrennt hatte. Hier hatte ich kein Verständnis mehr für das Verhalten des Managements, das die Dividende in gleicher Höhe wie bisher zahlte und fünf Tage später bekannt gab, dass man kurz vor der Pleite stehe und mit den Banken über die Änderung von Kreditkonditionen verhandelt. Auf Instagram habe ich das Thema in einzelnen Beiträgen näher dargelegt. Zwischenzeitlich wurde das Unternehmen auch von der Corona-Krise eingeholt und musste handeln. Schließlich sind deren Malls auch von den Schließungen betroffen. Am 31.03. wurde bekannt gegeben, dass die Dividende um 90 % gekürzt wird.

 

Stark aufgestockt habe ich im März Shell. Sollten die Dividendenzahlungen hier beibehalten werden, wovon ich ausgehe, werden die Ausfälle durch PEI zumindest teilweise aufgefangen.

 

Kritisch sehe ich momentan die Zukunft der BDCs, worauf ich weiter unten bei der Depotentwicklung nochmal eingehen werde. Hier werden wahrscheinlich Dividendenkürzungen bei einzelnen Unternehmen anstehen, was im März dann Ares Capital, Hercules Capital, Main Street Capital, TPG Speciality Lending sowie die Monatszahler Gladstone Capital und Gladstone Investment betrifft. Hier wird die Zeit zeigen, wie es weiter geht. Das gleiche, in etwas abgeschwächter Form, gilt auch für REITs. Besonders EPR Properties, die Kinos oder Skihallen vermieten, sind besonders betroffen. Hier dürfte ein heftiger Gewinneinbruch stattfinden. EPR ist zwar Vermieter, nicht Betreiber. Wo soll aber die Miete herkommen, wenn alles geschlossen ist.

 

Dividendenerhöhungen und Kürzungen

Qualcomm hat bekannt gegeben, dass die Dividende mit der nächsten Zahlung um 4,8 % erhöht wird. Dies ist insofern interessant, als das Unternehmen die letzte reguläre Erhöhung ausfallen ließ und insgesamt acht Quartale 0,62 Dollar gezahlt hatte. Zukünftig werden 0,65 Dollar ausbezahlt.

 

Die Dividende komplett gestrichen hat das britische Bauunternehmen Taylor Wimpey.

 

Sparsumme

Meinen Depots habe ich im März in Summe 3.660 Euro zugeführt. Diese Summe setzt sich aus regulären Sparraten aus dem monatlichen Gehalt sowie Umschichtungen zusammen. Zusammen mit den Dividendeneinnahmen in Höhe von 1.802,95 Euro ergibt sich eine investierbare Summe von 5.462,95 Euro.

 

Käufe

In meinen Depots bei der Consorsbank und der Comdirect führe ich in der Regel nur Sparplankäufe aus. Diese werden von mir manuell gesteuert und sind in der Höhe abhängig von den eingegangenen Dividenden, die reinvestiert werden. Gesonderte Einzahlungen in diese Depots nehme ich nur selten vor. Im März habe ich allerdings etwas nachgeschossen, insofern fielen die Käufe in Summe höher aus als sonst. Insgesamt habe ich in folgende Titel investiert.

 

Unternehmen Art Stück Preis Gesamt
Altria Sparplan 2,116 37,25 € 80,00 €
Amazon Sparplan 0,015 1.605,33 € 24,45 €
Amgen Sparplan 0,141 174,33 € 24,95 €
Blackrock Sparplan 0,142 346,00 € 50,00 €
Broadcom Sparplan 0,243 203,00 € 50,00 €
Cisco Sparplan 1,593 30,92 € 50,00 €
IBM Sparplan 0,544 90,50 € 50,00 €
J.P. Morgan Sparplan 0,591 83,30 € 50,00 €
Omega Healthcare Sparplan 10,711 23,00 € 250,00 €
Shell Sparplan 6,270 11,78 € 75,00 €
Unilever Sparplan 1,230 40,04 € 50,00 €
Wells Fargo Sparplan 2,980 24,77 € 75,00 €
Summe 829,40 €

 

Einzelkäufe tätige ich in der Regel über die Depots bei Degiro und Lynx, wobei der hauptsächliche Fokus auf Degiro liegt. Hier sind die Ordergebühren am geringsten. Im März habe ich folgende Käufe getätigt:

 

Unternehmen Art Stück Preis Gesamt
ADP Einmalkauf 10 125,82 € 1.258,73 €
Blackrock Einmalkauf 1 363,88 € 364,38 €
Broadcom Einmalkauf 11 202,63 € 2.228,97 €
Brookfield Property Partners Einmalkauf 100 7,70 € 769,76 €
Corecivic Einmalkauf 50 9,86 € 493,95 €
EPR Properties Einmalkauf 121 25,02 € 3.027,58 €
Exxon Mobil Einmalkauf 100 35,32 € 3.531,97 €
Kimco Einmalkauf 50 8,98 € 449,70 €
Main Street Capital Einmalkauf 50 23,45 € 1.173,10 €
Meredith Corp. Einmalkauf 174 15,37 € 2.674,16 €
Nasdaq Einmalkauf 2 82,20 € 164,90 €
Omega Healthcare Einmalkauf 65 21,58 € 1.402,56 €
Shell Einmalkauf 300 14,65 € 4.396,60 €
Simon Property Einmalkauf 20 53,94 € 1.078,73 €
Southern Company Einmalkauf 25 45,19 € 1.130,45 €
Sysco Einmalkauf 75 42,64 € 3.197,98 €
Wells Fargo Einmalkauf 60 27,19 € 1.631,40 €
Summe 28.974,92 €

 

Geplant war eine derart hohe Investitionssumme nicht. Da die Kurse in diesem Monat jedoch auf breiter Front eingebrochen sind, habe ich verstärkt zugegriffen. Das Ganze kann sich natürlich im Nachgang als Fehler herausstellen und die Kurse können noch viel weiter fallen. Das weiß aber zum jetzigen Zeitpunkt niemand von uns.

 

Bei vielen Unternehmen handelt es sich um Nachkäufe. Neu ins Depot gekommen sind Brookfield Property Partners, Exxon Mobil, Simon Property, Southern Company und Sysco.

 

Exxon Mobil befand sich auf meiner Watchlist für den März, meine Gedanken dazu könnt ihr hier nachlesen. Bei Sysco handelt es sich um ein Unternehmen aus dem Lebensmittelvertrieb und einen lupenreinen Dividendenaristokraten. Das Unternehmen habe ich hier vorgestellt. Southern Company ist ein Energieunternehmen aus Atlanta. Die Firma produziert Strom und verkauft diesen an Verbraucher aus insgesamt vier Bundesstaaten in den USA. Ein langweiliges Geschäftsmodell, das einigermaßen krisensicher sein sollte. Die Dividende wird seit 19 Jahren jedes Jahr erhöht. Bei Simon Property handelt es sich um einen Mall-REIT aus den USA, bei Brookfield Property Partners um eine Immobilienfirma mit Sitz auf den Bermudas. Beide Werte sind eher spekulativ und momentan stark von der Corona-Pandemie in Mitleidenschaft gezogen. Aus diesem Grund sind die Investitionssumen hier eher klein.

 

Die gesamte Investitionssumme aus Sparplänen und Einzelkäufen betrug 29.804,22 Euro.

 

Verkäufe

Mein Depot verlassen musste in diesem Monat das britische Bauunternehmen Taylor Wimpey. Gleichzeitig war es das erste Unternehmen in meinem Depot, das aufgrund der Coronavorkommnisse die Dividende komplett gestrichen hatte. Das Unternehmen ist einer der größten Wohnungsbaufirmen Großbritanniens und ist auf der gesamten Insel tätig. Außerdem bestehen Aktivitäten in Spanien, hier vor allem auf Mallorca.

 

Die Aktie hatte ich seit 2019 im Depot. Ich war mir zwar darüber bewusst darüber, dass die Baubranche sehr zyklisch ist, bei Dividendenkürzungen oder -streichungen werden die Unternehmen jedoch einer persönlichen Due Dilligence unterzogen. Diese fiel im Falle von Taylor Wimpey für mich dann negativ aus. Folglich habe ich, wenn auch mit Verlust, verkauft. Zwischenzeitlich war die Aktie in meinem Depot mit über 50 % im Plus, verkauft habe ich mit einem Verlust in Höhe von 987,09 Euro. Für meine 3.420 Stücke habe ich insgesamt 4.371,85 Euro eingenommen, die wieder für Neuinvestitionen zur Verfügung standen. Diese Summe erhöhte die investierbare Summe in diesem Monat auf etwa 10.000 Euro.

 

Wertpapierkredit

Nachdem ich meinen Wertpapierkredit zwischenzeitlich auf 0 heruntergefahren hatte, habe ich diesen im März wieder in Anspruch genommen. Für genau diese Art von Marktphasen, wie wir sie gerade vorfinden, war dieses Konstrukt von mir angedacht. Mein Regelwerk hierfür findet ihr in diesem Beitrag. Bei Degiro habe ich mir Debit Geld in Höhe von 35.000 Euro zuteilen lassen. Nach Zuteilung zahlt man hierfür jährlich 1,25 % Zinsen, monatlich also etwa 36 Euro. Den Betrag habe ich noch nicht aufgebraucht, kann also je nach Marktlage reagieren.

 

 

Optionen

In Bezug auf Optionen verkaufe ich ausschließlich Short Puts. Ich verkaufe nur auf Titel Optionen, die ich auch im Depot haben möchte. Eine Zuteilung zum gewählten Preis ist also sogar gewünscht. Bisher habe ich diese immer bei Lynx gehandelt. Im März habe ich das Ganze erstmals bei Degiro versucht, auch um den Prozess dort zu sehen. Leider sind dort nur Optionen auf europäische Titel handelbar.

 

Verkauft habe ich eine Option auf Shell zu einem Strike von 17,00 Euro mit Laufzeit 15.05.2020. Erhalten habe ich hierfür 36 Euro an Optionsprämien. Hier zeigte sich mal wieder mieses Market Timing. Die Option habe ich am 05.03. verkauft. Die Aktie notierte an diesem Freitag bei etwa 20 Euro. Nur zwei Tage später folgte dann der Ölpreisschock und die Aktie ging im weiteren Verlauf bis auf unter 10 Euro. Die Option war zwischenzeitlich mit weit über 1.000 % im Minus. Ich schreibe diesen Artikel am 02.04., heute liegt der Preis wieder bei etwa 18 Euro, also über dem Strike-Preis. Aufgrund der hohen Marktvolatilität ist sie aber weiterhin mit 230 % im Minus.

 

Sollte nichts dramatisches mehr passieren und der Preis der Aktie wieder fallen, lasse ich mir die 100 Aktien für 17,00 Euro pro Stück einbuchen.

 

 

Depotentwicklung

Der März 2020 ist vorbei und weitere 20 % meines Depots sind nach einem ebenfalls miserablen Februar mit knapp 19 % Verlust auch weg.

 

Zum Vergleich hat der S&P 500 im vergangenen Monat „nur“ 12,5 % verloren. Warum ist das so? Immerhin bin ich fast ausschließlich im US-amerikanischen Markt investiert.

 

 

Grund ist hier ganz klar meine Branchenverteilung. 23 % meines Depots stecken in amerikanischen REITs, kanpp 12 % in BDCs.

 

Als Vergleich zum S&P 500 nehme ich hier mal zwei ETFs für diese Bereiche her. Der ishares US Property Yield ETF deckt US-Reits ab, die eine erwartete Dividendenrendite von mehr als 2 % im Folgejahr haben, also genau meinen Anlageschwerpunkt abbilden. Dieser ETF hat im März über 25 % verloren. Hier spielt wohl die Angst mit, dass viele Mieter ihre Mieten nicht mehr zahlen können. Ensprechend stark hat der Sektor verloren.

 

Der zweite ETF ist der VanEck Vectors BDC Income ETF. Dieser deckt den BDC-Markt in den USA ab und hat alleine im März unglaubliche 38 % verloren. Hier kommen für BDCs zwei Probleme zusammen. Erstens sind sie sehr zinssensitiv. Da die meisten Darlehen an Firmen variable Zinsen beinhalten, werden die Einnahmen geringer, wenn der Leitzins sinkt. Dieser ist von der FED im März in zwei Schritten auf 0 % gesenkt worden. Das zweite Problem sind die Firmen, in die BDCs investieren. Vor allem kleine und mittelständische Firmen sind „Kunden“. Gerade für diesen Bereich weiß niemand, wieviele die Corona-Krise überleben werden. Ich persönlich rechne bei BDCs in den nächsten Monaten mit einigen Dividendenkürzungen bzw. –streichungen.

 

Was will ich damit sagen? Man sieht mal wieder, wie wichtig Diversifikation ist. 2019 habe den S&P 500 weit geschlagen, dieses Jahr geht es genau in die andere Richtung. Ich habe meine Investment bewusst so gewählt, muss jetzt natürlich aber mit den Konsequenzen leben.

 

Die Jahresperformance sieht äußerst bescheiden aus. Kurzfristig sind hier aus meiner Sicht keine Verbesserungen zu erwarten.

 

 

Das Depot weist zum Stand 02.04.2020 einen Wert in Höhe von etwa 183.000 Euro auf.

 

 

Was gab es sonst noch?

In Bezug auf die Börse habe ich seit meinem Einstieg noch nie eine derartige Unsicherheit gespürt. Einerseits werden Vermögen in einer Crashphase gemacht, wie wir sie jetzt haben. Eine Prognose, wie es auf der Welt weitergeht, ist momentan jedoch überhaupt nicht möglich. Im Vergleich fühlte sich die Finanzkrise im Nachgang wie Kindergeburtstag an. Noch nie seit dem zweiten Weltkrieg waren weltweit Wochen oder Monate Geschäfte und Firmen geschlossen. Keiner weiß, wann es wieder besser wird.

 

Meine ganz persönliche Meinung hierzu ist, dass wir uns aus wirtschaftlicher Sicht derartige Schließungen nicht lange werden leisten können. Sind Firmen einmal insovent sind sie das auch noch, wenn das Virus in den Griff bekommen wird (wovon ich überzeugt bin). Die Welt wird danach wahrscheinlich eine andere sein. Was das für uns alle bedeutet, können wir heute noch nicht abschätzen.

 

In derartigen Zeiten ist es besonders wichtig, sich darüber klar zu werden, was im Leben wirklich wichtig ist. Und das ist nicht Geld, oder der Gewinn an der Börse. Wichtig sind unsere Familien und vor allem unsere Gesundheit. Deshalb wünsche ich euch und euren Familien für diese Zeiten alles Gute. Bleibt gesund!

 

Wie ist euer März denn so verlaufen? Schreibt mir gerne einen Kommentar.


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