Investieren in Dividendenaristokraten: Der heilige Gral für Dividendensammler oder garantierte Underperformance?

Bei meinem Bloggerkollegen Kai findet ihr die Blogparade zu meinem Lieblingsthema Dividenden. Auch im neuen GELDMAG geht es genau um dieses Thema. 22 Finanzblogger (einer davon bin ich) haben einen Artikel zum Thema “Schritt für Schritt zum Dividendenprofi” verfasst. Die Gratisausgabe des GELDMAG kannst du hier downloaden.

 

 

 

Im meinem Artikel zur Blogparade wollen wir uns mit dem Investieren in Dividendenaristokraten beschäftigen und der Frage nachgehen, ob dies der beste Weg für Dividendensammler ist oder ob wir damit bereits die Underperformance unseres Depots gegenüber dem breiten Markt zementieren.

 

Möglicheiten zur Cashflow-Generierung

Beim Investieren an der Börse gibt es eine Vielzahl an unterschiedlichen Strategien, die man verfolgen kann. Liegt der Fokus auf der Generierung von Cashflow, also einem regelmäßigen Zahlungsfluss aufs Konto, gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum einen kann dies durch den regelmäßigen Verkauf von Aktien oder ETF- bzw. Fondsanteilen realisiert werden. Hierbei ist jedoch der Zeitpunkt des Verkaufs maßgeblich. Erfolgt dieser während einer schlechten Börsenphase, kann es schnell passieren, dass ein Verzehr des investierten Kapitals stattfindet.

 

Eine zweite Möglichkeit stellt der Handel von Optionen dar. Nicht wenige Investoren erzielen hierdurch ein einträgliches monatliches Einkommen. Der Haken an dieser Strategie ist allerdings, dass sie ein gewisses Maß an aktivem Handel voraussetzt, für den nicht jeder die Muße und auch nicht die Zeit aufbringen kann oder will. Darüber hinaus ist diese Strategie meiner Ansicht nach nur für Fortgeschrittene Anleger zu empfehlen.

 

Relativ schnell kommt man so zur dritten Möglichkeit, dem Investieren in Dividendenaktien. Ich kaufe mir einmal eine Aktie, lasse diese im Depot liegen und kassiere in regelmäßigen Abständen die Dividende, die vom Unternehmen ausgezahlt wird. Aber auch an dieser Stelle ist es leider nicht so einfach, wie man es gerne hätte. Für einen regelmäßigen Geldfluss ist die Auswahl der Unternehmen wichtig, die man sich ins Depot legt. Schließlich möchte man nicht nur einmal eine hohe Dividendenzahlung erhalten. Im besten Fall soll diese über einen langen Zeitraum gezahlt und auch in regelmäßigen Abständen erhöht werden.

 

Betrachten wir den heimischen Markt, sieht das Bild ziemlich düster aus. Viele Unternehmen aus dem DAX sind Zykliker, deren Umsätze und Gewinne schwanken. Entsprechend tut dies auch die Dividende. Nimmt man beispielsweise den Automobilhersteller Daimler als Referenz, sehen die Dividendenzahlungen wie folgt aus:

 

Quelle: Traderfox

 

Hier kann man schön sehen, wie die Dividende der Geschäftsentwicklung folgt. Während der Finanzkrise wurde die Ausschüttung in den Jahren 2008 und 2009 massiv gesenkt, bevor sie dann im Jahr 2011 wieder über dem Niveau von 2007 lag. Auch in den Jahren 2018 und 2019 erfolgte jeweils eine Kürzung, wobei diese von 2018 auf 2019 besonders stark ausfiel. Die Zahlung wurde von 3,25 Euro auf 0,90 Euro je Aktie heruntergestrichen.

 

Es kommt also auf die Auswahl der Dividendenaktien an. Zwar sind vormalige Zahlungen keine Garantie für die Zukunft. Hat ein Unternehmen die Dividende jedoch über einen langen Zeitraum immer wieder gesteigert, hat es zum einen gezeigt, dass es in der Lage ist steigende Gewinne zu erzielen. Zum anderen werden diese Firmen wahrscheinlich auch in schlechteren Phasen versuchen, ihren Aktionären weiterhin eine Zahlung zukommen zu lassen. Hat ein Unternehmen über 25 Jahre hinweg seine Zahlung jährlich gesteigert, erhält es den Status eines Dividendenaristokraten. Hier sollte der geneigte Dividendeninvestor also genauer hinschauen.

 

 

Wo man Dividendenaristokraten findet

Bleiben wir noch kurz in Deutschland: Das Feld der Dividendenaristokraten hierzulande ist praktisch leer. Tatsächlich gibt es nur ein Unternehmen, dass seit mehr als 25 Jahren seine Dividende jährlich gesteigert hat – der Gesundheitskonzern Fresenius SE.

 

Zwar gibt es in Europa noch einige andere Aristokraten, darunter bekannte Firmen wie Roche, Novartis oder L´Oreal. Als Schmelztiegel der Dividendenaristokraten ist der europäische Kontinent jedoch nicht bekannt. Das sind vielmehr die USA, wo sich eine lange Liste solcher Unternehmen finden lässt. Dies mag unter anderem damit zusammen hängen, dass Dividendeneinnahmen dort einen ganz anderen Stellenwert als in Europa haben. Große Pensionskassen oder auch eine Vielzahl an Rentnern sind in den Vereinigten Staaten auf regelmäßige Ausschüttungen angewiesen. Gerade bei den Aristokraten-Unternehmen überlegt sich das Management also lieber zweimal, ob man die Dividende tatsächlich kürzen oder streichen möchte.

 

Wo kann ich diese Unternehmen jetzt aber am besten finden? Hier kommt die David-Fish-Liste ins Spiel. David Fish war ein US-amerikanischer Fondsmanager und spezialisiert auf Dividendenunternehmen. Hierfür pflegte er eine umfangreiche Excel-Arbeitsmappe mit vielen Informationen über die Dividenden-Aristokraten auf dem amerikanischen Aktienmarkt. Fish starb im Jahr 2018, seit seinem Tod wird die Liste, die monatlich aktualisiert wird, von Justin Law weitergeführt. Die Liste enthält derzeit etwa 800 US-Unternehmen, die seit mindestens fünf Jahren ihre Dividende erhöhen. Ihr könnt sie hier abrufen.

 

Die Tabelle ist aufgeteilt in:

Dividenden-Champions: Diesen Titel tragen Unternehmen, die seit mindestens 25 Jahren ohne Unterbrechung ihre Dividende jährlich erhöht haben. Oftmals werden diese Unternehmen auch als Dividenden-Aristokraten bezeichnet. Bekannte Unternehmen wie Colgate-Palmolive, Procter & Gamble, McDonald’s, Coca Cola oder Wal Mart fallen in diese Kategorie. Wer auf der Suche nach soliden und eher konservativen Investments ist, wird hier fündig. Eine Garantie ist hiermit natürlich nicht verbunden und es gibt auch immer wieder Unternehmen, die ihren Status verlieren. Man kann jedoch davon ausgehen, dass das jeweilige Management alles in seiner Macht stehende tun wird, den Titel zu behalten. Nur eine einzige Kürzung bzw. Stagnation führt zum Verlust der Bezeichnung und es dauert somit mindestens 25 Jahre, sich diesen Anspruch neu zu erwerben.

Dividenden-Contenders: Dies sind Unternehmen, die seit 10 bis 24 Jahren ihre Dividende jährlich erhöht haben. Auch hier finden sich einige bekannte Unternehmen wie IBM oder Microsoft oder Starbucks.

Dividenden-Challengers: In die Liste der Challengers kommen alle Unternehmen, die seit 5-9 Jahren ihre Dividenden erhöhen. Bekannte Unternehmen in dieser Kategorie sind Apple oder Mastercard.

 

Neben der Möglichkeit in Einzeltitel zu investieren, bietet sich die Möglichkeit sich per Exchange Traded Funds (ETFs) gezielt die Dividendenaristokraten ins Depot zu packen.

 

Wenn man nun die Diskussionen um die Aristokraten genauer betrachtet, trifft man immer wieder auf zwei Fronten. Die einen, die Investitionen in Aristokraten als die einzig wahre Möglichkeit ansehen, dauerhaften Cashflow über Dividenden zu erwirtschaften. Dem gegenüber steht die andere Front derer, die unentwegt propagieren, dass diese Dividendentitel schlechter abschneiden als der Gesamtmarkt und in der Masse zu untergehenden Branchen gehören. Dazwischen gibt es meist nicht viel. Wir wollen uns nun anschauen, wer eigentlich Recht hat!

 

 

Performance von Dividendenaristokraten

Der einfachste Vergleich kann meist über ETFs erfolgen. Nehmen wir also einen handelsüblichen ETF auf den MSCI World und vergleichen diesen mit einem ETF, der die globalen Dividendenaristokraten beinhaltet.

 

Als Startzeitpunkt ist das Jahr 2013 gewählt. Bis zum Beginn des Jahres 2017 ist ein relativer Gleichlauf der beiden ETFs im Chart ersichtlich, wenn auch mit leichten Vorteilen für den MSCI World. Ab dann driftet der Chart jedoch deutlich auseinander. Den Hochpunkt vor dem coronabedingten Abverkauf erreichten beide am 17.02.2020. Hier war der MSCI World jedoch bereits weit enteilt. Während dessen Performance seit 2013 bei knapp 120 % lag, lag der ETF auf die globalen Dividendenaristokraten bei lediglich 82 %, eine Differenz also von 38 %.

 

 

Quelle: Fondsweb.com

 

Noch weiter geht die Performance auseinander, wenn man die Erholung nach dem Abverkauf in den Blick nimmt. Diese fällt beim MSCI World deutlich dynamischer aus als bei den Aristokraten. Während die Performance des MSCI World seit Anfang 2021 wieder oberhalb des Abverkaufs im Frühjahr 2020 liegt, verharrt der Aristokraten-ETF weiterhin unter seinem Kurs vom Februar 2020. Die Differenz ist auf mittlerweile knapp über 70 % angewachsen.

 

Was ist nun aber drin in den beiden Fonds? Der MSCI World vereinigt mehr als 1.600 Unternehmen aus insgesamt 23 Industrieländern in einem Investmentvehikel. Auch alle Aristokraten sind daran vertreten, wenn natürlich auch mit wesentlich geringerer Gewichtung als im Global Dividend Aristocracts ETF. Dieser beinhaltet nur knapp 100 Unternehmen. Man könnte jetzt argumentieren, dass dieser Vergleich nicht fair ist. Insgesamt 65 % des MSCI World besteht aus US-amerikanischen Aktien, während es im Global Dividend Aristocrats ETF lediglich 40 % sind. Gleichzeitig sind bei den Aristokraten fast 27 % des Volumens dem Finanzsektor zuzuordnen, der besonders gebeutelt wurde, im MSCI World sind es nur knapp 13 %. Darüber hinaus ist der Global Dividend Aristocrats ETF trotz seines Namens eigentlich gar kein Aristokraten-ETF. Eingang finden hier nämlich bereits Unternehmen, die mehr als zehn Jahre ihre Dividende gesteigert haben. Eigentlich also eine Mogelpackung.

 

Suchen wir uns also einen etwas faireren Vergleich. Da die größte Anzahl an Dividendenaristokraten wie bereits angesprochen in den USA zu finden sind, bietet sich ein entsprechender US-Vergleich an. Hierfür stellen wir einen S&P 500 ETF einem ETF, der die US Dividend Aristocrats beinhaltet gegenüber. Schon sieht das Bild etwas anders aus. Wir sehen ein relativ gleichlaufendes Bild in den Jahren 2012 bis 2020, wobei hier phasenweise sogar leichte Vorteile für die Aristokraten zu verbuchen waren. Erst kurz vor dem Coronacrash zog der S&P 500 etwas davon, bei der anschließenden Erholung nach dem Crash zeigt sich das gleiche Bild wie oben. Der S&P500 erholte sich wesentlich dynamischer. Mittlerweile beträgt die Differenz auf 9-Jahres-Sicht hier ebenfalls satte 48 % (S&P 500: + 270 %; US Aristocrats: +221 %). Ein Vergleich zwischen dem MSCI USA und den US Dividend Aristocrats kommt zu einem ähnlichen Ergebnis.

 

 

Quelle: Fondsweb.com

 

Ein Problem besteht allerdings bei diesen Vergleichen. Da wir an den Ausschüttungen, sprich Dividenden interessiert sind, können wir an dieser Stelle nur ausschüttende Indizes vergleichen. Eine thesaurierende Variante von Dividendenaristokraten-ETFs gibt es schlicht nicht. Das wäre auch ziemlich sinnlos, schließlich stehen bei einem Investment in einen derartigen Index die Ausschüttungen im Vordergrund. Die aktuelle Dividendenrendite des S&P 500 liegt bei 1,5 %, die des US Dividend Aristocrats Index bei 2,9 %. Die langfristige Differenz bei den Dividendenausschüttungen liegt bei etwa 1,5 %. Rechnet man diese zur Kursentwicklung hinzu, ergibt sich zumindest für den US-Markt ein ganz anderes Bild. Hier liegen die beiden Indizes dann nämlich wesentlich näher beieinander. Mit dem Unterschied, dass die Ausschüttung beim Aristokraten-Index eben deutlich höher liegt.

 

Was ist also das Ergebnis dieses Vergleichs? Dass Aristokraten Underperformer sind und gemieden werden sollten? Aus meiner Sicht der falsche Ansatz. Ich halte es für gefährlich, aus einem kurzzeitigen Performanceunterschied beim Kurs voreilige Schlüsse zu ziehen.

 

In Summe lässt sich sagen: Es gibt sowohl Licht als Schatten. Weder sind Aristokraten als No-Brainer-Investment zu sehen, noch sind sie Underperformer, die es unbedingt zu meiden gilt!

 

 

Wenn es etwas mehr sein darf

Auch bei den Dividendenaristokraten gibt es eine Vielzahl an verschiedenen Investmentmöglichkeiten. So ist es natürlich möglich, auch in diesem Bereich mit Investments in Einzeltitel den Markt zu schlagen.

 

Einer meiner Favoriten bei den Dividendenaristokraten möchte ich an dieser Stelle kurz vorstellen: Es ist Automatic Data Processing (ADP). Das Unternehmen glänzt mit einer Dividendenhistorie von 45 Jahren. Gleichzeitig bewegt sich die Firma in einem Wachstumsmarkt mit guten Zukunftsaussichten.

 

ADP beschäftigt weltweit rund 58.000 Mitarbeiter und ist mit rund 810.000 Kunden eines der weltweit größten unabhängigen IT-Service-Unternehmen und gilt als führender Anbieter von HR-Services wie Personalabrechnung, Zeiterfassung und Reisekostenmanagement. Im Geschäftsjahr 2020 erzielte ADP weltweit einen Umsatz von knapp 14,6 Milliarden Dollar. Die Firma besteht aktuell aus den zwei Geschäftsbereichen  ADP Employer Services und ADP Dealer Services. ADP Employer Services stellt mit mehr als 580.000 Kunden den bedeutend größeren der zwei Geschäftsbereiche dar. Laut Unternehmensangaben erfolgt beispielsweise in Deutschland jede fünfte Personalabrechnung mit Produkten von ADP. Trotz allem werden etwa 80 % der Umsätze in den USA erwirtschaftet. Es besteht also weiterhin großes Wachstumspotenzial. Langfristiges Ziel des Unternehmens ist eine cloudbasierte Lösung, in der alle angebotenen Leistungen abgedeckt werden können. Zielgruppe sind Unternehmen jeglicher Größenklasse. An Bestandskunden gibt es sowohl kleine Unternehmen mit nur einer Handvoll Mitarbeiter bis hin zu Großunternehmen mit mehreren 100.000 Mitarbeitern. Hier liegt auch ein wesentlicher Vorteil gegenüber Mitbewerbern, die sich beispielsweise auf kleine oder mittelgroße Unternehmen spezialisiert haben. In den vergangenen Jahrzehnten fungierte ADP oftmals als First-Mover und bestimmte die Entwicklungen der Branche wesentlich mit.

 

Vielen Investoren dürfte das Unternehmen darüber hinaus, als Herausgeber des viel beachteten ADP-Arbeitsmarktberichts sein, der monatlich publiziert wird. Hier werden die US-Beschäftigungszahlen außerhalb der Landwirtschaft veröffentlicht. Der Bericht stützt sich dabei auf etwa 400.000 US-Unternehmen mit rund 25 Millionen Beschäftigten und ähnelt der Methodik des US-Arbeitsministeriums, das den offiziellen US-Arbeitsmarktbericht normalerweise zwei Tage später veröffentlicht. Der ADP-Bericht gilt als recht guter Indikator für die Zahlen der Regierung.

 

Quelle: eigene Darstellung, jährliche Dividende je Aktie 2001-2020

 

Mit einem Investment in das Unternehmen war in den vergangenen zehn Jahren eine jährliche Durchschnittsrendite von 13,8 % zu erzielen, der breite Markt in Form des S&P 500 wurde also deutlich outperformt. Darüber hinaus steigerte die Firma die Dividende in den letzten 20 Jahren um durchschnittlich 13,6 %. Was allerdings auffällt, ist die im Vergleich zum Aristokraten-ETF deutlich geringere Einstiegsdividendenrendite. Diese liegt bei ADP bei momentan 1,9 %, beim ETF dagegen bei 2,9 %. Dafür fallen dann die Steigerungen bei Firmen wie ADP in der Regel höher aus (wer noch genaueres zu ADP wissen möchte, findet hier eine Analyse von mir dazu).

 

Neben ADP gibt es eine ganze Reihe weiterer Aristokraten, die eine überdurchschnittliche Wachstumsrate bei der Dividende aufweisen. Bei den meisten ist in diesem Fall die aktuelle Dividendenrendite dann eher klein.

 

Quelle: eigene Darstellung

 

 

Nun könnte man geneigt sein, sich einfach diejeingen Unternehmen aus den Aristokraten herauszupicken, die die höchste Dividendenrendite aufweisen. Schließlich zahlen alle seit mindestens 25 Jahren eine jährlich steigende Dividende, haben sich also bereits den Ruf erarbeitet, diese langfristig erwirtschaften zu können. Hier sollte man allerdings vorsichtig sein. Die besonders hohe Rendite kommt oftmals nicht ohne Grund daher. In der folgenden Übersicht sind die neun Aristokraten aufgeführt, die derzeit die höchsten Dividendenausschüttungen aufweisen.

 

 

Quelle: eigene Darstellung

 

 

Erfreulich ist zwar, dass alle diese Unternehmen eine positive Performance über die letzten 12 Monate hingelegt haben. Man muss allerdings zugeben, dass dies momentan auch nicht sonderlich schwierig ist, da etwa vor einem Jahr das Tief des Corona-Crashs erreicht war. Betrachtet man die 5-Jahres-Performance liegen lediglich die Universal Corp., Chevron, IBM und National Retail Properties kursmäßig im Plus. An dieser Stelle bewahrheitet sich: Blind in Titel mit hohen Dividenden investieren ist nicht zielführend. Viele der Unternehmen haben mit Problemen zu kämpfen, was teilweise auch auf die Branchen zurückzuführen ist, in denen sie tätig sind. Das zeigen auch die Kursverläufe der letzten fünf Jahre dieser Unternehmen.

 

Nun könnte man einwenden, dass man hier nicht dem Survivorship Bias unterliegen sollte, da ja nur Unternehmen in der aktuellen Liste auftauchen, die den Status nicht in 2020 bereits verloren haben. Aus diesem Grund habe ich mir zum Vergleich die Liste zum Ende des Jahres 2019 angeschaut. Alle genannten Firmen gehörten auch Ende 2019 bereits zu den TOP-15 mit den höchsten Dividendenrenditen der Aristokraten. Herausgefallen sind im Jahr 2020 lediglich drei Unternehmen dieser TOP-15, nämlich Tanger Factory Outlets, Helmerich & Payne sowie die Meredith Corporation. Das Ergebnis ist aus meiner Sicht also wesentlich positiver als vorher gedacht. Immerhin waren vor allem diese Unternehmen zumindest teilweise besonders hart von der Corona-Pandemie betroffen. Bei AT&T wurde mitlerweile bekannt gegeben, dass die Dividende spätestens im nächsten Jahr gekürzt wird. Was es damit auf sich hat, könnt ihr hier nachlesen.

 

Es zeigt sich an dieser Stelle also wie immer: Eine Investition in einzelne Aktien bzw. Dividendenaristokraten bedarf einiges an Arbeit bei der Auswahl.

 

 

Wo kann man Aristokraten-ETFs besparen?

Consors* S&P Euro HighYield Dividend Aristocrats

S&P Global Dividend Aristocrats Quality Income

S&P High Yield Dividend Aristocrats

S&P Pan Asia Dividend Aristocrats

Scalable Capital* SPDR S&P Pan Asia Dividend Aristocrats

SPDR S&P U.S. Dividend Aristocrats

SPDR S&P Euro Dividend Aristocrats

SPDR S&P Emerging Markets Dividend Aristocrats

SPDR S&P UK Dividend Aristocrats

SPDR S&P Global Dividend Aristocrats

UBS S&P Dividend Aristocrats ESG

Trade Republic*
ING*
Comdirect* SPDR S&P Pan Asia Dividend Aristocrats

SPDR S&P U.S. Dividend Aristocrats

SPDR S&P Euro Dividend Aristocrats

SPDR S&P Emerging Markets Dividend Aristocrats

SPDR S&P UK Dividend Aristocrats

SPDR S&P Global Dividend Aristocrats

UBS S&P Dividend Aristocrats ESG

 

 

Fazit

Um auf die Eingangsfrage zurückzukommen: Ist ein Investment in Aristokraten der heilige Gral oder garantierte Underperformance? Die Antwort muss lauten: Es kommt darauf an. Es sollte an dieser Stelle klar geworden sein, dass die oftmals getroffene Pauschalaussage, dass Aristokraten den breiten Markt Underperformen so nicht korrekt ist. Zumindest auf dem amerikanischen Markt weisen Aristokraten-ETFs eine durchaus vorzeigbare Performance auf. Rechnet man die Dividenden mit ein, stehen sie dem S&P 500, zumindest auf die letzten zehn Jahre gerechnet in nichts nach. Bei Investments in Einzelaktien kommt es sehr auf die Auswahl an. Ein reiner Blick auf hohe Dividendenrenditen sorgt in vielen Fällen tatsächlich für eine Underperformance. Gleichzeitig gibt es unter den Aristokraten aber einige Perlen, nach denen man tauchen kann. Trotz der teilweise sehr langen Unternehmenshistorien sind hier mitunter sehr gute (den Markt übertreffende) Renditen zu erzielen.

 

Wie steht ihr zum Thema Aristokraten? Haben diese einen festen Platz in eurem Depot oder spielt dieser Status in euren Überlegungen keinerlei Rolle? Ich freue mich auf eure Kommentare.

 

 


Buchempfehlungen zu den Themen des Beitrags*:



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Hinweis nach §34 WpHG zur Begründung möglicher Interessenkonflikte: Der Autor hält derzeit Aktien von ADP, Altria, AT&T, Exxon Mobil, IBM, S&P Global und Bank OZK.

 

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2 Gedanken zu „Investieren in Dividendenaristokraten: Der heilige Gral für Dividendensammler oder garantierte Underperformance?

  1. Heiner Walter Antworten

    Hallo,
    Danke für deinen Bericht. Er bestätigt meine Strategie langfristig Unternehmen in meinem Portfolio zu halten und regelmäßig Dividende zu erhalten. Ich will davon nicht leben, aber es macht Spaß sich sein Leben damit zu versüßen wenn man den möchte. Natürlich habe ich auch ein paar Unternehmen dabei die schnell wachsen, dafür weniger Dividende zahlen, manche auch keine wie z.B. Alphabet.
    Schön dass du deine Erfahrung mit uns teilst, ohne diese Inspiration würde mein Geld immer noch komplett auf dem Tagesgeld vergammeln!
    LG….

    • Beamteninvestor Autor des BeitragsAntworten

      Hallo Heiner,

      das freut mich, wenn der Artikel und mein Blog helfen.

      Viele Grüße,
      Ben

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